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Presse


Rostlauben aus dem Müll geholt

Von Patrik Reinartz, 28.10.08, 08:45h

Die Autoverwertung Cremer blickt auf ein 50-jähriges Bestehen zurück. Früher musste man sich die Ersatzteile selbst aus den Schrottautos ausbauen, heute sind sie fein säuberlich gelagert und per Computer erfasst.

1000 bis 1200 Autos bringen die Kunden zur Firma Cremer in Ottenheim. Die alten Karossen werden trockengelegt, ausgeschlachtet und dann verschrottet. (Bild: Reinartz)

Rostlauben

In dem Familienunternehmen tätig sind Dieter Cremer, Christopher Cremer und Dirk Cremer (von links). (Bild: Reinartz)

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Weilerswist-Ottenheim - Es gab Zeiten, da war es mit dem Umweltbewusstsein nicht so furchtbar weit her. Was mit Autos passiert, wenn sie ausgedient haben und nicht mehr fahrtüchtig sind, darüber machte sich noch vor Jahrzehnten kaum jemand Gedanken. Manche stellten ihre alte Karre einfach im Wald ab, andere entsorgten ihre Karossen ohne großes Federlesen auf der Müllkippe.


Da trat die Ottenheimer Firma „Autoverwertung Cremer“ auf den Plan. Seinerzeit schloss man einen Vertrag mit dem Kreis Euskirchen: Mit einer Seilwinde holte man zahllose alte Autos aus den Müllkippen heraus, um sie anschließend fachgerecht zu entsorgen.

Die Firma Cremer feiert in diesem Jahr Jubiläum: Vor 50 Jahren hob Heinrich Cremer den Betrieb aus der Taufe, heute führen seine Söhne Dieter und Fred das Unternehmen. Mit Christopher und Dirk Cremer ist mittlerweile schon die dritte Generation im Familienbetrieb tätig. Geändert hat sich im vergangenen halben Jahrhundert einiges: Alte Autos muss man heute nicht mehr von der Müllkippe fischen, die Kunden bringen sie freiwillig zur Entsorgung - etwa 1000 bis 1200 Stück im Jahr, wie Dieter Cremer berichtete.

Die Fahrzeuge werden erst komplett „trockengelegt“: Alle Flüssigkeiten - Benzin und Öl genauso wie Bremsflüssigkeit - müssen entfernt werden. Dann wird die Karre „ausgeschlachtet“. Verwertbare Teile - seien es die Reifen, der Anlasser oder die Lichtmaschine - werden ausgebaut. Der Rest wandert auf den Schrott - und da kommt der zweite Geschäftszweig der Firma Cremer ins Spiel: Im Unternehmensdomizil an der Jünkerather Straße macht man in Sachen Schrott und Metall, an der Blankenheimer Straße kümmert man sich um die Autoverwertung. Insgesamt steht an beiden Standorten eine Fläche von 17 000 Quadratmetern zur Verfügung. Das Unternehmen beschäftigt derzeit sieben Mitarbeiter.

Wer früher auf dem Schrottplatz nach Ersatzteilen für sein Auto schauen wollte, musste zuweilen lange und manchmal auch vergeblich suchen. Diese Zeiten seien längst vorbei, so Dieter Cremer. Die Ersatzteile sind fein säuberlich gelagert und im Computer erfasst, so dass sich alles schnell und ohne große Mühe finden lässt. Das Geschäft mit den gebrauchten Ersatzteilen befinde sich im Aufwärtstrend, so Dieter Cremer - vielleicht, weil die Menschen doch den einen oder anderen Euro sparen möchten.

Ganz anders sieht es im Bereich Schrott und Metall aus. Dort ist das Unternehmen den Schwankungen eines globalisierten Marktes ausgeliefert, auf den es selbst überhaupt keinen Einfluss hat. Vor sieben bis acht Jahren waren die Preise für Metall so stark im Keller, dass Kunden noch 100 Euro bezahlen mussten, wenn sie ein Auto zur Entsorgung brachten. Der Aufwand, der betrieben werden musste, überwog die Erlöse bei weitem.

„Vor zwei Jahren stiegen dann die Preise wieder“, so Dieter Cremer. Grund waren vor allem die Märkte, die in China, Indien, Pakistan, der Türkei und anderen Ländern heranwuchsen. Gut und gerne konnte man plötzlich wieder 300 Euro für ein altes Auto bekommen.

„Seit zwei Monaten sind die Preise aber im Sturzflug“, so Dieter Cremer. Derzeit bezahlt er noch 50 Euro für einen Wagen. Der Experte rechnet damit, dass sich der Abwärtstrend fortsetzt. Er geht davon aus, dass man die Kunden schon bald wieder zur Kasse bitten muss, wenn sie ein Auto entsorgen lassen wollen.

Der Preissturz, so Dieter Cremer, sei eine Folge der allgemeinen Wirtschaftskrise. Während man vor Monaten noch 300 Euro für eine Tonne Schrott kassierte, erhält man heute auf dem Markt nur noch 90 bis 100 Euro. Ähnlich sieht es bei dem zeitweise heiß begehrten Kupfer aus: Der Preis dafür sank um mehr als die Hälfte von 5,40 auf 2,50 Euro pro Kilogramm.

Ein Gutes hat diese Entwicklung aber doch: „In den Zeiten der Hochkonjunktur hatten wir hier vier Einbrüche“, so Dieter Cremer. Derzeit ist der Schrottplatz in Ottenheim für Langfinger nicht mehr ganz so attraktiv.